Bedrohte Journalisten auf den Philippinen

Die Situation für Journalisten auf den Philippinen ist gefährlich, immer wieder kommt es zu Bedrohungen, Entführungen sowie Morden (siehe IPON Artikel: „Political Journalists – A Threatened Species“, by Rudolph ( http://bit.ly/U1idMK). Grund dafür sind in den meisten Fällen Berichterstattungen über politische Machenschaften, die Korruption und Misswirtschaft in der lokalen Politik aufdecken. Erst am 29. November 2013 wurde Joas Dignos, ein Radiokommentator aus Maramag, Bukidnon, Mindanao von zwei Unbekannten auf einem vorbeifahrenden Motorrad  erschossen. Schon vor der Tat erhielt Dignos Morddrohungen. Unbekannte warfen sogar eine Handgranate auf die Radiostation, während Dignos Radiosendung ausgestrahlt wurde. Die Täter wurden bisher nicht gefasst. In einem aktuellen Fall von Bedrohung hatte IPON die Möglichkeit den Rundfunksprecher Arthur „Jun“ Sapanghari aus Valencia, Bukidnon, Mindanao zu interviewen. Sapanghari berichtete in seinen Sendungen über Korruption in der Region, illegalen Holzschlag (illegal logging), sowie über Menschenhandel in seiner Gemeinde. Er erhielt seit Dezember 2013…

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Von Spielern und Marionetten: Akteurpolitik auf Negros mit Fokus auf Militär und Rebellen

Die Insel Negros wird oft als der „Sugarbowl“ der Philippinen beschrieben. Damit ist die enorme wirtschaftliche Bedeutung der Zuckerrohrproduktion gemeint, dem dominierende Industriezweig der beiden Negros-Provinzen. Neben der – für eine nicht zu unterschätzende Gemeinde aus Wirtschaftselite und Politikern – enorm wichtigen ökonomischen Komponente, beinhaltet der Agrarsektor aber auch ein brisantes Konfliktpotential. Die verkrusteten, quasi-feudalen Sozialstrukturen auf den Großplantagen auf der einen Seite, und die Landverteilungsmaßnahmen der Agrarreform (Comprehensive Agrarian Reform Program – CARP) seit Ende der 80er Jahre auf der anderen, sind zwei der zentralen Eckpunkte in diesem Konflikt. Natürlich gibt es noch eine Vielzahl an Akteuren welche die Geschehnisse vor Ort beeinflussen – nur wenige z.B. können sich einen kompletten Reim auf die gefühlten Myriaden an philippinischen Nichtregierungsorganisation (NGOs) machen, die auch auf Negros aktiv sind und mitunter ihre ganz eigenen Interessen verfolgen. Bei einer genaueren Betrachtung der Geschehnisse jedoch, offenbart sich ein weiterer Faktor: die bereits lange…

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Menschenrechtsverteidigerin auf der Halbinsel Bondoc ermordert – IPON erneuert Zusammenarbeit mit früheren Partnern

Am 19. Oktober 2013 wurde auf der Halbinsel Bondoc, in der Provinz Quezon, Luzon eine Kleinbäuerin und Landrechtsaktivistin ermordert. Das Opfer, Elisa Tulid, war Angehörige der SMBTC (Samahan ng Magsasaka sa Barangay Tala at Camflora), einem Zusammenschluss landloser Kleinbauern und Unterorganisation der KMBP (Kilusang Magbubukid ng Bondoc Peninsula) im Barangay[1] Tala auf der Halbinsel Bondoc. Anlässlich dieses Mordes und des damit möglicherweise in Verbindung stehenden Landkonfliktes, wurde IPON von seinem früheren Mandatspartner, der Bauernorganisation KMBP, gebeten, erneut auf der Halbinsel Bondoc aktiv zu werden. Im Februar waren daher zwei IPON-Observer_innen vor Ort auf der Halbinsel Bondoc und haben mit den betroffenen Menschenrechtsverteidiger_innen (MRV) sowie staatlichen Akteuren gesprochen. Mord an Menschenrechtsverteidigerin Elisa Tulid Der Mord an Elisa Tulid ereignete sich, als sie mit ihrem Mann und ihre vierjährigen Tochter auf dem Weg nach Hause war. Da ihr Mann Zeuge der Tat geworden ist, konnte er den Täter identifizieren. Allerdings vermuten…

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Wheel of torture

Die Entdeckung einer geheimen Gefängniszelle in einem Geheimdienstkomplex der philippinischen Polizei (PNP) in Biñan, Provinz Laguna, sorgte im Januar dieses Jahres für Schlagzeilen. In einer Zelle, die für 10 Gefangene ausgelegt ist, wurden 51 Personen festgehalten und gefoltert. Bei den Gefangenen handelt es sich um Straftäter, die wegen Drogendelikten festgenommen wurden. Im Rahmen der Untersuchung dieser geheimen Zelle  durch die Menschenrechtskommission der philippinischen Regierung (CHR), fand man ein „Torture Wheel“ (Folterrad), das, wie ein Glücksrad gedreht, verschiedene Folterpraktiken zeigt, die die Gefangenen entsprechend erleiden mussten. Zwei Beispiele, die auf dem „Torture Wheel“ zu finden sind, sind der „30-second-bat“, nach dem die Gefangenen für 30 Sekunden kopfüber hängen mussten, oder der „20-second Manny Pacman“ in Anlehnung an einen berühmten philippinischen Boxer, nach dem die Gefangenen für 20 Sekunden ohne Pause in den Bauch geschlagen wurden. Laut CHR haben 44 Gefangene 10 Polizisten beschuldigt, sie gefoltert zu haben. Die Anschuldigungen beinhalten Misshandlungen…

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Goodbye 2013 – Ein Jahresrückblick

2013 ist nun vorbei und 2014 ist schon einige Tage alt. Nichts desto trotz möchten wir noch einmal einen Blick darauf werfen, was das vergangene Jahr uns und unseren Partnern beschert hat: Unsere Arbeit mit der IP-Gruppe PADATA scheint ein erfolgreiches Ende zu nehmen. Einige Treffen im Jahr 2013 zeigten, dass die Situation im Sitio mittlerweile sehr ruhig und friedlich ist. Dennoch bleibt ein gewisses Gefahrenpotential bestehen, daher will IPON sich nicht ganz zurückziehen. Ein Treffen im Dezember sollte nun beide Seiten auf die weitere Zusammenarbeit im nächsten Jahr vorbereiten und gegenseitige Erwartungen offen legen. Auch hatten wir einige Kontaktaufnahmen mit der Schirmorganisation PADATAs, Alyansa Bukidnon. Sie hatten einige Konflikte und Fälle bei denen IPON hätte tätig werden können. Zu Beginn des Jahres schien eine Kooperation von beiden Seiten erwünscht zu sein. Jedoch bestand ein andauerndes Kommunikationsproblem, so dass noch keine Fortschritte im Bezug…

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Death Squads – Menschenrechte in der nächsten Generation

65 Jahre nach Unterzeichnung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte können wir uns fragen, wie weit sind wir gekommen? Was hat sich in der Menschenrechtssituation geändert und woran muss noch gearbeitet werden? Menschenrechte gehen uns alle etwas an und man kann sie nur durch Zusammenarbeit verwirklichen. Wir alle wollen in einer friedlichen und gerechten Umgebung leben. Die Frage jedoch ist, wie weit darf man gehen, um diesen „Frieden“ zu gewährleisten. „Death Squads“ kann man wohl am besten mit „Todesschwadronen“ übersetzen und in diesem Fall sind es Paramilitärische Gruppen, die im Auftrag der lokalen Regierung handeln oder zumindest von dieser geduldet und gebilligt werden. So können politische oder religiöse Gegner, sowie andere im Stadtbild unerwünschte Personen, unter einem Vorwand aus dem Weg geräumt werden. Doch die Gesellschaft ist zufrieden mit diesem System, solange die einzelnen Bürger selbst nicht ins Fadenkreuz geraten. Ein Großteil der Bevölkerung ist der Meinung, so lange man sich…

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Red-Baiting in the Philippines: Report 2013

Red-Baiting in the Philippines: Civil Society under general suspicion (Final Project Report 2013)   Zivilgesellschaft unter Generalverdacht: Red-Baiting Report 2013 Zusammenfassung (dt) Die sozial politischen Folgen Red-Baiting‘s für die philippinische Gesellschaft sind dramatisch und haben das Potenzial die Stabilität des gesamten demokratischen Systems zu gefährden. Der vorliegende Report von IPON schaut zurück auf drei erfolgreiche Projektjahre und bietet Hintergrundinformationen und Analysen aktueller themenrelevanter sozialpolitischer und gesellschaftlicher Entwicklungen. Ziel ist nachhaltiges nationales und internationales Interesse an diesem so wichtigen Thema aufrechtzuerhalten und nationale Policy Prozesse anzustoßen die den Ursachen dieses landesweiten Phänomens entschieden entgegenwirken. Unterstützt unser Ziel mehr nationale und internationale Aufmerksamkeit auf das Thema Red-Baiting zu lenken. Lest, verbreitet und diskutiert den Red-Baiting Report 2013 mit Freunden und Kollegen! Download: Final Project Report 2013 (Red-Baiting in the Philippines: Civil Society under general suspicion) Final Project Report 2013 (Outline) en. / dt.   Civil Society under…

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Kapitulation der FarmerInnen auf Carmenchika?

– Zweiter Teil von unserem Blogbeitrag „Der eintönige Klang von Einverständniserklärungen“ – In den knapp anderthalb Monaten zwischen der Geburt und der finalen Unterzeichnung des MoAs fanden mehrere Gespräche zwischen den betroffenen BauerInnen und den kompetentesten Beratern von TFM statt. Auch lange und leidenschaftliche Diskussionen ereigneten sich regelmäßig unter den BauerInnen selbst. Wie im klassischen Theaterwerk “Fuenteovejuna”, vom spanischen Autor Lope de Vega, musste in diesem Fall die Antwort der FarmerInnen einstimmig erfolgen. In diesem Spiel vom XVI. Jahrhundert töten die Einwohner der Stadt Fuenteovejuna nach jahrelangem Leiden den Tyrann, der sie in einem feudalistischen Verhältnis aller Art von Ausschweifungen ausgesetzt hatte. Als die Frage vom Richter kommt, wer denn um Gotteswillen den Komtur ermordet hätte, klingen die Stimmen der Bauern im Unison: „Fuenteovejuna, Alle für einen“. Zur Hinrichtung des ehemaligen Landbesitzers, anders als in Fuenteovejuna, kam es zu unserer Freude nicht. Aber unbeachtet…

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